Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Survivorship: Leben mit bzw. nach einer schweren Erkrankung
Leitung: Peter Esser und Katharina Kuba

Laut Definition wird jeder Patient vom Zeitpunkt seiner Diagnose als „Überlebender“ (engl.: Survivor) bezeichnet. Dieser Ausdruck mag auf den ersten Blick unpassend klingen: Die meisten Erkrankungen lassen sich leicht therapieren, und die erkrankte Person kann nach abgeschlossener Behandlung weiterleben wie bisher. Bei schweren Erkrankungen jedoch ist dies häufig nicht der Fall: Sowohl die Erkrankung selbst als auch die oftmals schwerwiegenden Therapien können dazu führen, dass das Leben nach der Heilung der Erkrankung in manchen Aspekten dauerhaft beeinträchtigt bleibt. Zudem gibt es Erkrankungen, die chronisch verlaufen und dabei häufig mit steigender Symptombelastung und Funktionseinschränkung verbunden sind. Durch Fortschritte in der Medizin und damit verbundenen steigenden Überlebensraten steigt die Zahl dieser oftmals hoch belasteten „Überlebenden“ rapide an. 

Unsere Arbeitsgruppe hat daher zum Ziel, die körperliche und seelische Lebensqualität dieser (ehemaligen) Patienten wieder zu verbessern bzw. aufrechtzuerhalten. Die konkreten Zielsetzungen, die zur Entwicklung von sogenannten „Survivorship“-Programmen benötigt werden, sind vielfältig. Unsere Arbeitsgruppe verfolgt dabei vor allem zwei Bereiche: Der erste Bereich behandelt epidemiologische Fragestellungen, die auf eine detaillierte Erfassung krankheitsbezogener Symptome über alle Stadien der Therapie und Nachsorge abzielen. Durch solche Ergebnisse können Risikogruppen identifiziert werden, die dann engmaschig kontrolliert und im Bedarfsfall frühzeitig behandelt werden können. Der zweite Bereich umfasst die Entwicklung und krankheitsspezifische Anpassung psychotherapeutischer Interventionen, die dabei helfen sollen, krankheitsbezogene körperliche und psychische Beschwerden zu reduzieren.

Aktuelle Forschungsthemen:

  • Trauma- und belastungsbezogene Symptomatik und Angststörungen bei KrebspatientInnen
  • Effekte der Stammzelltransplantation auf die Lebensqualität bei KrebspatientInnen
  • Kognitiv-behaviorale Intervention zur Reduzierung von chronischer Erschöpfung (Fatigue) bei KrebspatientInnen
  • Sinnbasierte Intervention zur Steigerung des Wohlbefindens bei Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose
Forschungsprojekte

 
Letzte Änderung: 25.10.2018, 09:01 Uhr | Redakteur: Barbara Brendel
Zurück zum Seitenanfang springen
Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie