Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Spezifische Erweiterung des Leipziger Fragebogens zu Kinderwunschmotiven (LKM) für den Einsatz bei jungen onkologischen Patienten

Leitung: Dipl.-Psych. Kristina Geue
Mitarbeit: cand. Dipl.-Psych. Ricarda Schmidt

Projektbeschreibung:
Die Thematik Kinderwunsch und Krebs rückt angesichts der steigenden Überlebensraten junger Patienten immer mehr in den wissenschaftlichen Fokus. Die Erfüllung des eigenen Kinderwunsches spielt für viele junge Menschen, die von Krebs betroffen sind, eine wichtige Rolle. Pro- und Contra-Einstellungen für ein eigenes Kind von onkologischen Patienten zu ermitteln, stellt eine wesentliche Grundlage für eine weiterführende gezielte Unterstützung und Beratung dar. Eine adäquate Erfassung der Kinderwunschmotivation von jungen Krebspatienten ist sinnvoll und anstrebenswert, um die Lebensqualität der Betroffenen langfristig zu erhöhen und beizubehalten.

Fragestellung:
Ein bereits bestehendes Verfahren wurde um spezifische Dimensionen erweitert. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung, Erprobung und testtheoretische Prüfung der neu zu generierenden Fragebogenitems.

Methode:
Die Konstruktion der Items erfolgt auf Grundlage
a) einer umfassenden Literaturrecherche sowie
b) Interviewaussagen von Betroffenen und Professionellen Die konstruierte Testversion (20 Items) wurde anhand einer größeren Patientenstichprobe (N=149) überprüft.

Ergebnisse:
Die psychometrische Überprüfung erbrachte gute bis befriedigende Resultate hinsichtlich der Differenzierungsfähigkeit der Items und der Reliabilität. Lediglich zwei Items genügten den teststatischen Kriterien nicht und wurden ausgeschlossen. Eine erstellte Kurzform mit insgesamt 10 Items wies ebenfalls eine zufriedenstellende Reliabilität der beiden Skalen auf. Der Fragebogen (Lang- und Kurzform) besteht aus den beiden Skalen „Pro-Motive – kinderwunschstützend“ und „Contra-Motive – Ängste und Befürchtungen“, die sich in den durchgeführten Faktoranalysen nachweisen ließen.

Schlussfolgerung:
Die in diesem Forschungsprojekt entworfenen Skalen bieten erstmals die Möglichkeit, die spezifischen Kinderwunschmotive junger krebskranker Menschen anhand eines psychometrischen Verfahrens zu erheben. Perspektivisch können die entwickelten Zusatzskalen auch bei jungen Erwachsenen mit anderen schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) zum Einsatz kommen.

Förderung:
Medizinische Fakultät der Universität Leipzig
(Nachwuchsförderung über formel.1-Programm)   

Laufzeit:

01/2011 – 06/2012

 
Letzte Änderung: 18.10.2017, 12:03 Uhr | Redakteur: Barbara Brendel
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